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PRESSE

Anhaltend günstiger Markt für Industrieversicherungen in EMEA-Region

Frankfurt   |   Dienstag, 25 Februar 2014

MARSH-REPORT: CYBER-RISIKEN BESCHÄFTIGEN UNTERNEHMEN ZUNEHMEND

Die Versicherungsprämien sind in Europa, dem Mittleren Osten und in Afrika (EMEA) in den ersten drei Quartalen des Jahres 2013 weitgehend stabil geblieben. Der Prämienrückgang in den meisten Sparten im letzten Quartal und im Rahmen der Vertragsverlängerungen zum 1. Januar markiert jedoch einen Abwärtstrend, der 2014 weiter anhalten dürfte. Das ist das Ergebnis des jetzt veröffentlichten Marktberichts Europe, Middle East and Africa Insurance Market Report 2014 des Industrieversicherungsmaklers und Risikoberaters Marsh.

Laut dem aktuellen Report ist das Prämienniveau in der allgemeinen Haftpflichtversicherung um durchschnittlich bis zu 10 Prozent gesunken, bei den Sachversicherungen um bis zu 15 Prozent. Lediglich in vier Ländern – Lettland, Namibia, Montenegro und Türkei – war ein Anstieg der Prämien um bis zu 10 Prozent zu verzeichnen. Bei der Organhaftpflicht ist mit einem durchschnittlichen Prämienrückgang von bis zu 10 Prozent ein ähnlicher Trend zu beobachten. Nur in Italien sind hierfür die Prämien leicht gestiegen.

Beim Blick auf den deutschen Markt zeigt sich die Entwicklung in der Sachversicherung uneinheitlich. Viele Marktteilnehmer wollten Prämienerhöhungen durchsetzen, was – abgesehen von einigen exponierten Katastrophenrisiken – aber meist nur in einer Größenordnung von ca. 10 Prozent gelang. Bei gut geschützten Risiken und positivem Schadenverlauf gab es in der Sachversicherung sogar immer wieder auch Prämienreduzierungen. Auch der Markt für die industrielle Haftpflichtversicherung entwickelte sich wie in den meisten anderen Sparten weiterhin günstig für die Versicherungseinkäufer. Lediglich in der Autoversicherung mussten die meisten deutschen Unternehmen Preissteigerungen von 10 bis 20 Prozent hinnehmen.

Die Kapazitäten bewegen sich im EMEA-Versicherungsmarkt auf Rekordniveau, und daran wird sich kurzfristig voraussichtlich auch nicht viel ändern, so das Ergebnis des Marsh-Berichts. Im Rahmen der letzten Erneuerungsrunde zum 1. Januar haben der starke Wettbewerb der Versicherer um Unternehmen mit attraktiven Risiken und guten Schadenhistorien meist keinen Spielraum für Prämienerhöhungen zugelassen. Auch der weiche Rückversicherungsmarkt, auf dem sich neben den ohnehin schon stark kapitalisierten Rückversicherern auch noch zunehmend sogenanntes Alternatives Risikokapital findet, führt den Preistrend im Erstversicherungsmarkt in EMEA um ca. 10 bis 15 Prozent nach unten.

Daneben haben die anhaltenden Konjunktursorgen und Haushaltszwänge das Kaufverhalten der Versicherungskunden in manchen Ländern verändert. „Die Schuldenkrise belastet weltweit weiterhin stark die Geschäftsentscheidungen“, sagt Dr. Georg Bräuchle, Mitglied der Zentralen Geschäftsleitung der Marsh GmbH und verantwortlich für Platzierung. „In Europa zeichnet sich zunehmend die Gefahr einer Spaltung ab: Während in den nördlichen Volkswirtschaften ein Aufschwung eingesetzt hat, ist die Krise in den Mittelmeerstaaten noch nicht überwunden.“ Diese Entwicklung hat in Kombination mit den moderaten Katastrophenschäden dazu geführt, dass sich die Prämien nicht so entwickelt haben, wie die Versicherer gehofft hatten. Daher liegt nun der Schwerpunkt auf intensiver Prüfung im Vorfeld und strenger Risikoselektion. „Die Versicherer verlangen von den Unternehmen mehr Informationen und detailliertere Angaben, um ihr Risiko zu reduzieren. Damit wird ein umfassendes Risikomanagement bis ins Detail immer wichtiger, um bei Vertragsverlängerungen günstige Prämien aushandeln zu können.“

Weitere Aspekte aus dem Bericht:

  • Die aufsichtsrechtliche Entwicklung hat weiterhin großen Einfluss auf Geschäftsentscheidungen und Geschäftsbetrieb. In den etablierteren Volkswirtschaften haben die Aufsichtsbehörden die geplanten Veränderungen im Aufsichtsrecht auf den Prüfstand gestellt, um sicherzustellen, dass damit nicht künftige Anlagen am Kapitalmarkt unterminiert werden.
  • Die Zahl der Anfragen zu Versicherungen gegen Cyber-Kriminalität hat sich weiter erhöht, da Unternehmen für diese Risiken zunehmend sensibler werden. In Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Belgien werden diese Versicherungslösungen stärker nachgefragt. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage und der daraus resultierenden Haushaltszwänge dürfte es jedoch noch etwas dauern, bis Versicherungen gegen Cyber-Kriminalität auch bei Kunden in den Krisenländern ganz oben auf der Tagesordnung stehen.
  • Seit dem Arabischen Frühling sind insbesondere Unternehmen im Mittleren Osten und Nordafrika an Versicherungsschutz gegen politische Risiken interessiert. Die anhaltenden politischen Unruhen in Libyen und Ägypten sowie der Bürgerkrieg in Syrien haben diese Ängste zusätzlich verstärkt.

Der jährlich von Marsh veröffentlichte Versicherungsmarkt-Report für die EMEA-Region liefert detaillierte Informationen zu den Entwicklungen der Märkte für Industrieversicherungen und Spezialdeckungen in über 30 Ländern.

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